Schematische Darstellung der Lunge mit Bronchialsystem zur Illustration des kleinzelligen Lungenkarzinoms (SCLC).
Schematische Darstellung der Lunge mit Bronchialsystem zur Illustration des kleinzelligen Lungenkarzinoms (SCLC).

Kleinzelliges Lungenkarzinom (SCLC): Warum der medizinische Bedarf weiterhin hoch ist

Das kleinzellige Lungenkarzinom (SCLC) ist eine besonders aggressive Form von Lungenkrebs. Trotz medizinischer Fortschritte bleibt die Erkrankung für viele Betroffene eine grosse Herausforderung. Häufige Rückfälle und begrenzte Behandlungsmöglichkeiten nach einer Vortherapie unterstreichen den hohen Bedarf an neuen therapeutischen Ansätzen.

In der Schweiz werden jedes Jahr rund 5'000 Menschen neu mit Lungenkrebs diagnostiziert. Etwa 15 Prozent davon entfallen auf das kleinzellige Lungenkarzinom (SCLC). Das entspricht rund 700–800 Neuerkrankungen pro Jahr.2


Warum SCLC besonders herausfordernd ist
SCLC zeichnet sich durch ein schnelles Tumorwachstum aus. Die Erkrankung breitet sich häufig früh im Körper aus und wird oft erst in einem fortgeschrittenen Stadium erkannt. Dadurch bleibt für Diagnostik und Therapie häufig nur ein begrenztes Zeitfenster.3


Der wichtigste Risikofaktor ist das Rauchen. Nur ein kleiner Teil der Erkrankungen tritt bei Menschen auf, die nie geraucht haben. Darüber hinaus können Umweltfaktoren wie Feinstaub, Dieselabgase oder Asbest sowie genetische Faktoren eine Rolle spielen.4-7


Zu den möglichen Symptomen zählen anhaltender Husten, Kurzatmigkeit, Heiserkeit, pfeifende Atmung oder Müdigkeit. Da diese Beschwerden oft unspezifisch sind, wird die Erkrankung nicht immer sofort erkannt.8


«Das kleinzellige Lungenkarzinom zeichnet sich durch ein schnelles Tumorwachstum und eine frühe Ausbreitung im Körper aus. Deshalb sind eine rasche Diagnose und ein zeitnaher Therapiebeginn besonders wichtig», sagt Nina Reichert, Medizinische Direktorin von Amgen Switzerland AG.


Frühe Ausbreitung, ungünstige Prognose
Nur ein kleiner Teil der SCLC-Erkrankungen wird in einem frühen Stadium diagnostiziert. Bei rund 70 Prozent der Betroffenen hat sich die Erkrankung zum Zeitpunkt der Diagnose bereits über die Lunge hinaus ausgebreitet oder Metastasen gebildet.1


Entsprechend ungünstig ist die Prognose. Das kleinzellige Lungenkarzinom gehört zu den Lungenkrebsarten mit den schlechtesten Überlebenschancen und bleibt trotz etablierter Behandlungsoptionen eine Erkrankung mit hohem medizinischem Bedarf.1


Häufige Rückfälle trotz anfänglichem Therapieerfolg
Viele Patientinnen und Patienten sprechen zunächst gut auf die Behandlung an. Häufig kommt es jedoch im weiteren Verlauf zu einem Rückfall oder zu einer Therapieresistenz. Die Erkrankung schreitet dann erneut fort.10


Studien zeigen, dass die Mehrheit der Betroffenen innerhalb von zwei Jahren ein Wiederauftreten oder Fortschreiten der Erkrankung erlebt. Dies macht die langfristige Krankheitskontrolle besonders schwierig.10


Die Belastung für Betroffene ist erheblich. Neben Symptomen wie Husten, Atemnot oder Erschöpfung können mit fortschreitender Erkrankung weitere Beschwerden auftreten.8 11


Hoher Bedarf an neuen therapeutischen Perspektiven
«Beim kleinzelligen Lungenkarzinom treten Rückfälle häufig auf, während die Behandlungsmöglichkeiten nach einer Vortherapie oft begrenzt sind. Deshalb besteht weiterhin ein hoher Bedarf an neuen therapeutischen Ansätzen. Als forschendes Biotechnologie-Unternehmen setzen wir uns dafür ein, wissenschaftliche Erkenntnisse in innovative Therapien zu übersetzen und so neue Perspektiven für Patientinnen und Patienten mit schweren Erkrankungen zu schaffen», sagt Nina Reichert.


Der hohe ungedeckte medizinische Bedarf beim kleinzelligen Lungenkarzinom unterstreicht die Bedeutung weiterer Forschung. Je besser die biologischen Ursachen und Mechanismen der Erkrankung verstanden werden, desto gezielter können neue Behandlungsansätze entwickelt werden.


Referenzen

1. National Cancer Institute. SEER Program. Small cell carcinoma of the Lung and Bronchus.

2. https://www.krebsliga.ch/ueber-krebs/krebsarten/lungenkrebs-bronchialkarzinom

3. Krebsinformationsdienst. SCLC: Therapie bei kleinzelligem Lungenkrebs.

4. Varghese AM et al. J Thorac Oncol 2014;9:892–896.

5. Huang R et al. EBioMedicine 2015;2:1677–1685.

6. Pesch B et al. Int J Cancer 2012;131:1210–1219.

7. Onkopedia. Lungenkarzinom, kleinzellig (SCLC).

8. Prado MG et al. BMJ Open. 2023;13(4):e068832.

9. S3-Leitlinie Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Lungenkarzinoms.

10. Rudin CM et al. Nat Rev Dis Primers. 2021;7(1):3.

11. Polanski J et al. Onco Targets Ther. 2016;9:1023-1028.